Poesie-Pfad Rumbeck
Das Mühlbachtal - Historisch gesehen
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Das Mühlbachtal bei Rumbeck ist in seiner Vegetation und Landschaft höchst reizvoll und abwechslungsreich.
Der Rundweg führt durch das alte Waldwiesental, das von den Prämonstratenserinnen des nahen Klosters Rumbeck
bereits vor 900 Jahren zu intensiver Holz-, Wasser- und Fischwirtschaft genutzt wurde. So wurden hier und
in der nahen Umgebung viele Waldhandwerke und Nutzungsformen gepflegt, die den Menschen Arbeit und
Brot gaben: Holzhauerei, Aschebrennerei, Köhlerei, Gerbrindengewinnung, Waldweide, Fischzucht und Fischerei
sowie eine Wald-Glashütte. Darüber hinaus gab es am Mühlbach eine Kornmühle, eine Sägemühle, eine
Ölmühle und den Stabeisen-Hammer. Die von den Nonnen auf lange Sicht gepflegte Vielfältigkeit der
Waldlandschaft ist noch heute erlebbar und hat bereits die preussischen Förster bei der
Säkularisation vor über 200 Jahren beeindruckt. Bis heute hat die Tätigkeit der Prämonstratenserinnen
eine außergewöhnliche Artenvielfalt zur Folge: Im Mühlbachtal finden sich allein 157 verschiedene
Pflanzenarten, darunter auch Orchideen! Die Artenvielfalt setzt sich über die Insekten bis in den Bereich der Säugetiere fort:
Seit mehreren Jahren ist auch südlich der Ruhr ein Luchs zuhause. Seit dem Jahr 2009 ist hier auch wieder die seltene Wildkatze heimisch. Die Dämme der Fischteiche zur Sicherung der Wasserversorgung sowie Spuren der Köhlerei sind am Weg noch gut zu erkennen. Vor etwas 500 - 600 Jahren wurde darüber hinaus eine Wasser-Sammelanlage in Form von Hangwassergräben angelegt, die in ihrer Art in Deutschland nur noch im Kloster Maulbronn zu finden ist. Das aus vielzähligen Quellen im Hang kanalisierte Wasser wurde einem Sammelgraben zugeleitet, der den Wasserstand des obersten Teiches ständig ergänzte. So konnte in Trockenzeiten trotz niedrigem Wasserstand des Mühlbaches eine bedeutende Wassermenge gehalten werden, die sowohl zur Fischzucht als auch zum Betrieb der drei Mühlen gebraucht wurde. Die Wasser-Sammelanlage wurde durch den Förster Udo Drost entdeckt und durch die Denkmalbehörden als Bodendenkmal unter Schutz gestellt. Das untere Mühlbachtal selbst steht wegen seiner Artenvielfalt und der noch erkennbar historisch geprägten Wiesennutzung heute unter Naturschutz. Karte: Mühlbachtal und Kloster Rumbeck (pdf) Kontakt: Weitergehende Information bei Wolfram Blanke, Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Tel.: 02931/10932 oder Literarische Gesellschaft Arnsberg |
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