14. Dezember # Adventskalender

 

 

Für Tänzer

 

 

 

Glattes Eis

 

Ein Paradeis

Für Den, der gut zu tanzen weiss.

 

Friedrich Nietzsche

 

13. Dezember # Adventskalender

 

 

Hölderlin. Der Spaziergang (Teil 2)

„Ihr lieblichen Bilder im Thale,

Zum Beispiel Gärten und Baum,

Und dann der Steg der schmale,

Der Bach zu sehen kaum,

Wie schön aus heiterer Ferne

Glänzt einem das herrliche Bild

Der Landschaft, die ich gerne

Besuch’ in Witterung mild.“

 

„Moose und Flechten im Dezember“, Fotos Joh.G. Sanders –

Texte aus: „Friedrich Hölderlin. Sämtliche Werke und Briefe. Bd. I. – Hanser: München 1992. S. 915 ff.

12. Dezember # Adventskalender

 

Geben wir zu, dass das Lesen für uns bloß ein Betäubungsmittel ist, ohne das wir nicht auskommen – wer von uns kennt nicht die Unrast, die uns erfasst, wenn wir allzu lange vom Lesen abgehalten werden, das Unbehagen und die Reizbarkeit, und schließlich der Seufzer der Erleichterung, den der Anblick bedruckter Seiten in uns auslöst?-,

und bilden wir uns nicht ein, dass wir besser seien als die armen Abhängigen von Injektionsspritze und Flasche.

W. Somerset Maugham

 

11. Dezember # Adventskalender

Hölderlin. Der Spaziergang (Teil 1)

„Ihr Wälder schön an der Seite,

Am grünen Abhang gemahlt,

Wo ich umher mich leite,

Durch süße Ruhe bezahlt

Für jeden Stachel im Herzen

Wenn dunkel mir ist der Sinn,

Den Kunst und Sinnen hat Schmerzen

Gekostet von Anbeginn.“

 

„Moose und Flechten im Dezember“, Fotos Joh.G. Sanders –

Texte aus: „Friedrich Hölderlin. Sämtliche Werke und Briefe. Bd. I. – Hanser: München 1992. S. 915 ff.

10. Dezember # Adventskalender

Liebeslied

 

Wie soll ich meine Seele halten, daß

sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie

hinheben über dich zu andern Dingen?

Ach gerne möchte ich sie bei irgendwas

Verlorenem im Dunkel unterbringen

an einer fremden stillen Stelle, die

nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.

Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,

nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,

der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.

Auf welches Instrument sind wir gespannt?

Und welcher Spieler hat uns in der Hand?

O süßes Lied.

Rainer Maria Rilke

09. Dezember # Adventskalender

 

 

MEIN SIND DIE JAHRE NICHT,

die mir die Zeit genommen;

mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen;

der Augenblick ist mein, und nehm‘ ich den in acht,

so ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

Andreas Gryphius                                 

08. Dezember # Adventskalender

 Unwahrscheinlichkeitsrechnung

 

Wie unwahrscheinlich, dass es dich gibt,

wie absolut unwahrscheinlich also, dass du glücklich sein darfst,

genieß jeden Augenblick davon.

Haimo Hieronymus

aus: Über Heblichkeiten – Floskeln und andere Ausrutscher. Aus den Notizbüchern des Herrn Nipp. Edition Das Labor 2017

 

07. Dezember # Adventskalender

Rätsel

 

 

Du warst noch nie,

warst immer da,

wirst nie mehr sein,

bist ewig nah.

 

aus: Der ewige Brunnen, Ein Hausbuch Deutscher Dichtung. C.H. Beck 2005

 

06. Dezember # Adventskalender # Nikolaus

Liedtext

Niklaus kommt in unser Haus,
pack die großen Taschen aus,
Lustig, lustig trallerallala!
Heut ist Niklausabend da,
heut ist Niklausabend da!

Stell das Pferdchen unter den Tisch,
daß es Heu und Hafer frißt.
Lustig, lustig trallerallala,
heut ist Niklausabend da!

Heu und Hafer frißt es nicht,
Zuckerplätzchen kriegt es nicht.
Lustig, lustig trallerallala,
heut ist Niklausabend da!

05. Dezember # Adventskalender

Es ist ein Ros entsprungen

aus einer Wurzel zart,

wie uns die Alten sungen,

von Jesse kam die Art

und hat ein Blümlein bracht

mitten im kalten Winter,

wohl zu der halben Nacht.

aus: Speyerer Gesangbuch